Alles am Fluss


Seit die Isar aus ihrem Betonkorsett befreit wurde, wächst hier eine neue Artenvielfalt – nicht nur in Flora und Fauna: Fischer und Stadtindianer, Picknicker und Partymenschen genießen das Lebensgefühl am Ufer.

Kanada kann nicht viel anders sein. Man steht in der Mitte des Flusses. Die Strömung reißt an den Beinen und unterspült die Füße. Man wirft die Fliegenschnur aus. Wie ein Notenschlüssel schreibt sich ihre dünne Glitzerlinie in den Morgenhimmel. Um einen herum nichts als das satte Grün der Bäume. Und das alles mitten in der Stadt.

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Wimmel auf Erden


Die berühmten Wimmelbücher von Ali Mitgutsch fanden vor fast fünf Jahrzehnten ihren Ursprung in München. Der Fotokünstler Simon Gallus hat diese Kunstform für uns noch einmal zeitgemäß interpretiert.

Schon klar. So im Nachhinein. Wo sonst hätte man die berühmten Wimmelbilder denn erfinden sollen? Womöglich in Pforzheim? Oder in Hannover? In Bielefeld vielleicht? Wer einmal bei schönem Wetter auf dem Münchner Viktualienmarkt war, der weiß doch ganz genau, was gemeint ist. Oder am Marienplatz, auch ohne die obligatorische Meisterschaftsfeier des ortsansässigen Fußballklubs. Was ist mit der Kaufinger Straße und deren Verlängerung, der Neuhauser Straße?

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Spiel des Lebens


Krachende Niederlagen – das gilt im Leben und ganz besonders beim Fußball – sind oft wichtiger als glanzvolle Siege. Auch für Joachim Masannek, den Erfinder der „Wilden Fußballkerle“, einer der erfolgreichsten Kinderfilm-Reihen der zurückliegenden Jahre. Ende der Neunziger trainierte er eine Kindermannschaft des TSV Grünwald aus dem Münchner Nobelvorort. Und musste mit ihr gegen die Altersgenossen vom FC Bayern antreten.

Es setzte Tor um Tor. „Warum habt ihr euch unter Wert verkauft?“, will er nach dem Match wissen. Die Antwort: „Wir haben uns geschämt.“ Die Bayern sahen aus wie Profis, kamen mit dem Bus und in schicken Klamotten. Im Gegensatz zu Masanneks Spielern. Die trugen zu große Trikots, auf denen ein Spanferkel prangte – das Firmenlogo des Vereinssponsors, eines Grünwalder Metzgers.

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Für Münchner und Nicht-Münchner


Reisemagazin München„Die Sonne steigt morgens über dem Hasenbergl auf und geht abends über dem Feldmochinger See unter“ – so begann das erste Kapitel in meinem Erste-Klasse-Heimatkundeheft, und so ausreichend groß war der Kosmos, wenn man im Münchner Norden aufwuchs. Heute ist die bayerische Landeshauptstadt eine aus allen Nähten platzende 1,5-Millionen-Einwohner-Metropole mit sichtbar traditionellen Wurzeln, wie dem Viktualienmarkt, modernen Ecken (BMW-Museum, Surfer im Englischen Garten) und einer sehr privilegierten Lage. Welche Stadt hat schon zahlreiche Badeseen, mehrere Quadratkilometer Parks, eine schmucke Flusslandschaft und Berge in Sichtweite?

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Barfuß in die Nacht


Zu einem andalusischen Sommer gehören Sonne und Meer. Und Chiringuitos. In den einfachen Strandbars gibt es alles: frisches Essen, kühle Getränke, rhythmische Klänge – und viel Freiheit

Klare Töne schweben über den Sand, lassen die Sonne am Horizont vibrieren. Für Minuten verwandelt sich der Strand in einen Konzertsaal. Keine Wände, keine Mauern fangen die Musik ein. Die elektronische Welle zieht wie eine sanfte Meeresbrise über die Terrasse und erfasst die braun gebrannten Körper in einer Woge. Natur und Bar-DJ geben alles, um den Moment für Augen und Ohren greifbar zu machen. Bis der rote Ball im glitzernden Wasser versinkt.

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Eiskalt erwischt


Andalusien ist nicht nur Hitze, Strand und Meer. In der Sierra Nevada, unweit der Küste, kann man auch Ski fahren. Mit Blick auf das Mittelmeer – und manchmal darüber hinweg bis nach Afrika.

Afrika also. Tropen, Regenwald, endlose Savannen und flirrende Hitze, all das sehe ich nicht im Geringsten. Da kann Sebastian noch so seelenruhig in die Ferne schauen und irgendwo hindeuten, es ist nicht da. Dabei sollte es doch. Irgendwie. Vom Gipfel des Mulhacén, des höchsten Punkts Andalusiens und, ach, überhaupt der gesamten Iberischen Halbinsel, sieht man bis Afrika. Heißt es. An guten Tagen. Wir allerdings sind schon froh, dass wir ein paar Meter über unsere Skispitzen hinausblicken. Die Sierra Nevada macht auf ihrem höchsten Gipfel ihrem Namen alle Ehre. Weiß von oben, von unten, von links und von rechts. Der Wind pfeift uns bei schneidigen Minusgraden um die Ohren. Genau genommen könnte gerade nichts ferner liegen als dieses verdammte Afrika. Ein guter Tag ist das also nicht. Meteorologisch betrachtet. Für die Seele, den sportlichen Ehrgeiz, den inneren Ausgleich ist er gar nicht so schlecht.

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Staatussymbol


Die Parador-Hotelkette gehört dem Königreich Spanien. Wer hier logiert, begibt sich gewissermaßen in die öffentliche Hand – und erkennt, dass Behörden etwas ganz Außerordentliches und Wunderbares sein können

Wer normalerweise in einer staatlichen Einrichtung übernachtet, tut das in der Regel in einem Gefängnis, einer psychiatrischen Landesklinik oder in einer Militärkaserne. Kaum einer macht so etwas freiwillig, und schon gar nicht im Urlaub. Nicht so in Granadas sagenhafter Stadtburg, der maurischen Alhambra. Hier gibt es, wie in vielen anderen spanischen Städten, ein Parador-Hotel, und zwar inmitten einer historischen Festungsanlage. Berühmtheiten pilgern hierher, Regierungsvertreter aus Ländern wie Mexiko oder dem Iran, und alle wollen von diesem Konzept lernen. Denn es ist ein staatliches Hotel, ein Staatsbetrieb – das Personal arbeitet gewissermaßen im öffentlichen Dienst. Oben am Berg der Alhambra thront das einstige Kloster San Francisco aus dem 15. Jahrhundert. Seit dieser Zeit wurde das Gebäude ganz unterschiedlich genutzt: als königliche Grabstätte, als Kaserne (!) und als Residenz für Landschaftsmaler – bis es 1944 in ein Hotel verwandelt wurde. Und in was für eins!

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