Archiv der Kategorie: Hintergrund

Von Pest nach Buda


Reisemagazin BudapestDies ist die schönste Art, sich der Stadt zu nähern: von Passau oder Wien auf der Donau, die sich in einer scharfen Rechtskurve aus der ungarischen Hügellandschaft hinausschlängelt. Schon die römischen Belagerer stellten fest, dass es hier im Untergrund brodelt; ein tektonischer Bruch speist Dutzende Thermalquellen. So entstand an diesem geologisch wie strategisch interessanten Ort vor fast 2000 Jahren die Siedlung Aquincum.

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Große Freiheit


Freerider haben das Trentino längst für sich entdeckt. Die Szene trifft sich zum „King of Dolomites“, einem Freeride-Contest für Profis und Amateure.

 

Wer in San Martino di Castrozza den Kopf in den Nacken legt, bekommt eine Ahnung davon, was hier auf Skiern möglich ist. Direkt hinter den Häusern schießen Dolomitenwände senkrecht in den Himmel. Wie Zähne in einem Gebiss reihen sich die Gipfel der Palagruppe aneinander. Dazwischen haben Tausende Jahre Erosion Rinnen und Scharten in den Fels gefräst, eng und schmal zuerst, nach unten hin breiter. Bald wachsen sich die Couloirs, wie die steilen Rinnen im Bergsteiger-Sprech heißen, zu weiten Karen aus und ziehen hinab in den Waldgürtel – die perfekte Umgebung für Skiabenteuer abseits der Piste. Weiterlesen

Hochkultur


Wie klingen die Dolomiten? Wir begeben uns auf die Tonspur des Cellisten Mario Brunello und erleben die Berge mit den Ohren. Und manchmal ist es dort oben so still, dass man Seifenblasen platzen hört.

Die Berge liegen still und schwarz. Es ist halb sechs Uhr früh, der Himmel schimmert im Zwischendunkel. In der Steinarena der Col Margherita, in 2513 Meter Höhe, haben sich gut 2000 Menschen versam­melt. Bunt heben sich ihre Outdoorjacken von den Felsen ab, die zu einer kleinen Holzbühne herabblicken. Dort sitzt ein Mann. Bewegungs­los fast. Mario Brunello schaut und lauscht. Wind ist zu hören, wie immer hier oben. Und das Geplapper des Publikums. Brunello, der Musi­ker der Berge, begrüßt die Menge. Dann beginnt er, auf seinem Cello zu spielen. Hinein in die erwartungsvolle Stille, hinauf in die Weite.

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Wo Italien wirklich beginnt


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Schon Dutzende Male bin ich über den Brenner in den Süden gebraust, aber erst einige Kilometer hinter Bozen, wenn von rechts die Etsch in den Eisack mündet, fühle ich mich plötzlich wie in Italien. Benvenuti in Trentino!

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Windows 5


In den Alpen ist Fensterln ein uralter Brauch – ein Mannsbild steigt auf einer Leiter hoch zum Zimmer seiner Angebeteten. Heimlich, still und leise, damit es die Eltern nicht mitbekommen. Aber funktioniert so was denn auch in fünf Münchner Hotels?

Panoramafensterln: Zur blauen Stunde auf der Sommerterrasse des Mandarin Oriental Munich.

Panoramafensterln: Zur blauen Stunde auf der Sommerterrasse des Mandarin Oriental Munich.

Mandarin Oriental Munich

März 2013, Polizeieinsatz vor dem Mandarin Oriental Munich. Hunderte Mädchen belagern das Haus in der Annahme, Teenie-Schwarm Justin Bieber sei dort abgestiegen. Oder sind die Beamten hier, weil sich der kanadische Nachwuchs-bad-Guy wieder einmal danebenbenommen hat?

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Alles am Fluss


Seit die Isar aus ihrem Betonkorsett befreit wurde, wächst hier eine neue Artenvielfalt – nicht nur in Flora und Fauna: Fischer und Stadtindianer, Picknicker und Partymenschen genießen das Lebensgefühl am Ufer.

Kanada kann nicht viel anders sein. Man steht in der Mitte des Flusses. Die Strömung reißt an den Beinen und unterspült die Füße. Man wirft die Fliegenschnur aus. Wie ein Notenschlüssel schreibt sich ihre dünne Glitzerlinie in den Morgenhimmel. Um einen herum nichts als das satte Grün der Bäume. Und das alles mitten in der Stadt.

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Wimmel auf Erden


Die berühmten Wimmelbücher von Ali Mitgutsch fanden vor fast fünf Jahrzehnten ihren Ursprung in München. Der Fotokünstler Simon Gallus hat diese Kunstform für uns noch einmal zeitgemäß interpretiert.

Schon klar. So im Nachhinein. Wo sonst hätte man die berühmten Wimmelbilder denn erfinden sollen? Womöglich in Pforzheim? Oder in Hannover? In Bielefeld vielleicht? Wer einmal bei schönem Wetter auf dem Münchner Viktualienmarkt war, der weiß doch ganz genau, was gemeint ist. Oder am Marienplatz, auch ohne die obligatorische Meisterschaftsfeier des ortsansässigen Fußballklubs. Was ist mit der Kaufinger Straße und deren Verlängerung, der Neuhauser Straße?

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Spiel des Lebens


Krachende Niederlagen – das gilt im Leben und ganz besonders beim Fußball – sind oft wichtiger als glanzvolle Siege. Auch für Joachim Masannek, den Erfinder der „Wilden Fußballkerle“, einer der erfolgreichsten Kinderfilm-Reihen der zurückliegenden Jahre. Ende der Neunziger trainierte er eine Kindermannschaft des TSV Grünwald aus dem Münchner Nobelvorort. Und musste mit ihr gegen die Altersgenossen vom FC Bayern antreten.

Es setzte Tor um Tor. „Warum habt ihr euch unter Wert verkauft?“, will er nach dem Match wissen. Die Antwort: „Wir haben uns geschämt.“ Die Bayern sahen aus wie Profis, kamen mit dem Bus und in schicken Klamotten. Im Gegensatz zu Masanneks Spielern. Die trugen zu große Trikots, auf denen ein Spanferkel prangte – das Firmenlogo des Vereinssponsors, eines Grünwalder Metzgers.

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Barfuß in die Nacht


Zu einem andalusischen Sommer gehören Sonne und Meer. Und Chiringuitos. In den einfachen Strandbars gibt es alles: frisches Essen, kühle Getränke, rhythmische Klänge – und viel Freiheit

Klare Töne schweben über den Sand, lassen die Sonne am Horizont vibrieren. Für Minuten verwandelt sich der Strand in einen Konzertsaal. Keine Wände, keine Mauern fangen die Musik ein. Die elektronische Welle zieht wie eine sanfte Meeresbrise über die Terrasse und erfasst die braun gebrannten Körper in einer Woge. Natur und Bar-DJ geben alles, um den Moment für Augen und Ohren greifbar zu machen. Bis der rote Ball im glitzernden Wasser versinkt.

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Eiskalt erwischt


Andalusien ist nicht nur Hitze, Strand und Meer. In der Sierra Nevada, unweit der Küste, kann man auch Ski fahren. Mit Blick auf das Mittelmeer – und manchmal darüber hinweg bis nach Afrika.

Afrika also. Tropen, Regenwald, endlose Savannen und flirrende Hitze, all das sehe ich nicht im Geringsten. Da kann Sebastian noch so seelenruhig in die Ferne schauen und irgendwo hindeuten, es ist nicht da. Dabei sollte es doch. Irgendwie. Vom Gipfel des Mulhacén, des höchsten Punkts Andalusiens und, ach, überhaupt der gesamten Iberischen Halbinsel, sieht man bis Afrika. Heißt es. An guten Tagen. Wir allerdings sind schon froh, dass wir ein paar Meter über unsere Skispitzen hinausblicken. Die Sierra Nevada macht auf ihrem höchsten Gipfel ihrem Namen alle Ehre. Weiß von oben, von unten, von links und von rechts. Der Wind pfeift uns bei schneidigen Minusgraden um die Ohren. Genau genommen könnte gerade nichts ferner liegen als dieses verdammte Afrika. Ein guter Tag ist das also nicht. Meteorologisch betrachtet. Für die Seele, den sportlichen Ehrgeiz, den inneren Ausgleich ist er gar nicht so schlecht.

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