Monatsarchiv: Februar 2016

Rock ’n’ Roll auf Rädern


Oldtimer-Liebhaber gehen bei der ADAC Trentino Classic auf eine Zeitreise: zurück in die Vergangenheit, die dabei ganz gegenwärtig ist.

Italien im September : Vor blauem Himmel flirren die schneebedeckten Gipfel der Pale di San Martino in der Spätsommerhitze, der spiegelglatte Lago di Calaita funkelt zu Füßen einer Blockhütte. Das Trentino ist eine Gegend wie aus der Zeit gefallen. Zwar ist Italien das beliebteste Reiseziel der Deutschen im Ausland. Damit meinen sie aber allzu oft: die Toskana und das Mittelmeer. Inmitten der stillen Welt der Dolomiten scheinen deren überteuerte Touristenfallen, jeglicher Souvenirkitsch sowie mit Liegestühlen übersäte Küsten fern. Welches Jahr wir schreiben, kann da der Besucher leicht vergessen.

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Gegen den Strom


Der Gebirgsbach Sarca versorgt das gesamte Trentino mit Elektrizität. Unser Autor ist ihn entlanggefahren – mit einem Pedelec, das natürlich auch aus der Wasserkraft dieses Flusses seinen E-Motor speist. 

Der Gedanke ist zunächst ein recht merkwürdiger. Ein Fahrrad, das seine Kraft aus einem Gebirgsbach ziehen soll? Das klingt nach Werbeagentur und sehr viel Drogen oder Alkohol, aber so was soll es ja geben. Soll man das Rad vielleicht für fünf Minuten ins kühle Wasser stellen? Damit es wächst? Oder muss der Mensch, der das Bike bewegt, seine Trinkflasche im Bach füllen? Meinetwegen, aber woher sollen dann die Kohlenhydrate kommen, die ich für die bevorstehende Tour eben auch brauche?

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Große Freiheit


Freerider haben das Trentino längst für sich entdeckt. Die Szene trifft sich zum „King of Dolomites“, einem Freeride-Contest für Profis und Amateure.

 

Wer in San Martino di Castrozza den Kopf in den Nacken legt, bekommt eine Ahnung davon, was hier auf Skiern möglich ist. Direkt hinter den Häusern schießen Dolomitenwände senkrecht in den Himmel. Wie Zähne in einem Gebiss reihen sich die Gipfel der Palagruppe aneinander. Dazwischen haben Tausende Jahre Erosion Rinnen und Scharten in den Fels gefräst, eng und schmal zuerst, nach unten hin breiter. Bald wachsen sich die Couloirs, wie die steilen Rinnen im Bergsteiger-Sprech heißen, zu weiten Karen aus und ziehen hinab in den Waldgürtel – die perfekte Umgebung für Skiabenteuer abseits der Piste. Weiterlesen

Hochkultur


Wie klingen die Dolomiten? Wir begeben uns auf die Tonspur des Cellisten Mario Brunello und erleben die Berge mit den Ohren. Und manchmal ist es dort oben so still, dass man Seifenblasen platzen hört.

Die Berge liegen still und schwarz. Es ist halb sechs Uhr früh, der Himmel schimmert im Zwischendunkel. In der Steinarena der Col Margherita, in 2513 Meter Höhe, haben sich gut 2000 Menschen versam­melt. Bunt heben sich ihre Outdoorjacken von den Felsen ab, die zu einer kleinen Holzbühne herabblicken. Dort sitzt ein Mann. Bewegungs­los fast. Mario Brunello schaut und lauscht. Wind ist zu hören, wie immer hier oben. Und das Geplapper des Publikums. Brunello, der Musi­ker der Berge, begrüßt die Menge. Dann beginnt er, auf seinem Cello zu spielen. Hinein in die erwartungsvolle Stille, hinauf in die Weite.

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Wo Italien wirklich beginnt


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Schon Dutzende Male bin ich über den Brenner in den Süden gebraust, aber erst einige Kilometer hinter Bozen, wenn von rechts die Etsch in den Eisack mündet, fühle ich mich plötzlich wie in Italien. Benvenuti in Trentino!

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