So klingt Lissabon


Die wohl bekannteste Musikrichtung, die man aus Lissabon und Portugal kennt, ist der „Fado“. Dieser traditionelle Stil klingt sehr wehmütig und wird mit klassischer Gitarre und portugiesischer Gitarre gespielt. Diese ist ein Drittel kleiner als die klassische Gitarre und fällt durch den birnenförmigen Korpus mit den 12 Stahlsaiten auf.

Außerdem wird in der portugiesischen Hauptstadt die Jazzmusik noch stark gepflegt. Jedes Jahr findet seit 1984 das Jazzfestival „Jazz em Agosto“ statt. In Lissabon gibt es sehr viele Clubs für Live-Musik jeglicher Stilrichtung, die auch zu einer lebendigen Musikszene beitragen. Hier die TOP 10 von BAYERN3 Moderator Chris Baumann.

 

1. Paulo Gonzo & India Martinez – „Vencer ao amor“

Der portugiesische Singer und Songwriter verdankt seine Bekanntheit auch dem Glück, dass seine Lieder gerne für portugiesische Telenovelas verwendet wurden. Die ersten 17 Jahre seiner Karriere nahm er nur englischsprachige Alben auf. Seit 1992 hat er sich auf die portugiesische Sprache verlegt. Gerade ist ein Album mit Duetten von ihm veröffentlicht worden. „Vencer ao amor“ ist ein Duett mit der aus dem spanischen Cordoba stammenden Sängerin India Martinez.

 

2. Clã – „A Paz Não Te Cai Bem“

Mit der Sängerin Manuela Azevedo zählen Clã inzwischen zu den angesehensten Bands in Portugal. Seit 1992 kann man sie stilistisch nicht wirklich einordnen. Die Musiker sind in den traditionellen Balladen ebenso zu Hause wie in jazzigen Klängen oder auch im Popbereich. Seit der Veröffentlichung ihres zweiten Albums „Kazoo“ sind sie auch in Brasilien bekannt.

 

3. Jorge Manuel de Abreu Palma – „Página em Branco“

Der aus Lissabon stammende Singer und Songwriter hat schon sehr früh gezeigt, was in ihm steckt. Mit bereits acht Jahren spielte er am Nationalen Portugiesischen Konservatorium vor. In den 1970ern wollte er nicht vom Militär eingezogen werden, um in den Kolonien in Afrika zu kämpfen. Er brach deshalb sein Studium ab und ging mit seiner Frau als politischer Flüchtling nach Dänemark. Zurück in seiner Heimat konnte er sich dann vollständig um seine Musikkarriere kümmern. Jorge Palma ist bis heute einer der bedeutendsten Musiker in Portugal.

 

4. Madredeus – „Essência“

Mythen, Helden, Melancholie, Romantik, das sind die Themen, die in der traditionellen Musik in Portugal besungen werden. Madredeus nimmt den „Fado“ und mischt diesen mit moderner Popmusik. Dabei kommt ein einmaliger und überraschender Sound heraus. Bandgründer Pedro Ayres Magalhães bezeichnet den Musikstil als klassische portugiesische Musik, wie sie nur noch nie zuvor gespielt wurde. Das Besondere bei den Live-Konzerten ist die minimalistische Inszenierung. Die Band spielte im Wim Wenders Film „Lisbon Story“ mit, einer Hommage an die Europäische Kulturhauptstadt 1994.

 

5. Buraka Som Sistema – „Hangover (BaBaBa)“

Die Band hat den Sound des angolanischen Kuduro nach Portugal gebracht: eine Mixtur aus harten afrikanischen Rhythmen, Sprechgesang und elektronischer Musik. Der Bandname „Buraka“ ist der Name eines Stadtteils von Amadora bei Lissabon, und „Som Sistema“ bedeutet Soundsystem. „Buraka Som Sistema“ hat den Klang des Kuduro für europäische Ohren angepasst. Manchem wird das aber noch immer heftig, schnell und extrem vorkommen. Wer diesen schnellen Sprechgesang versteht, der kann wirklich gut Portugiesisch.

 

6. Rui Veloso – „Mr. Dow Jones“

Rui Veloso gilt als Vater der portugiesischen Rockmusik. In den 1980er Jahren trat er als einer der ersten Musiker mit portugiesischsprachiger Bluesmusik auf. Dann spielte er mit seiner Magra Blues Band, mit der er in einer Garage probte. Zu seinem 25-jährigen Musikerjubiläum erfüllte sich Rui Veloso einen Kindheitstraum und gründete sein eigenes Plattenlabel.

 

7. Radio Macaú – „Amanhã é sempre longe demais“

Nach einem Auftritt in einem Rockclub in der portugiesischen Hauptstadt wurden Macaú beim landesweiten Sender Rádio Renascença gespielt und dadurch bekannt. Sie singen von den Schwierigkeiten, sich in der Gesellschaft einzufügen oder einen Sinn im angepassten Leben zu finden. Durch das Auftreten und Aussehen der Sängerin Xana wurden sie gerne mit der Rockband The Pretenders verglichen. Im Song „Amanhã é sempre longe demais“ fällt diese Ähnlichkeit extrem auf.

 

8. Ana Free – „No other way“

Bei Youtube einen Song reingestellt und schon bekannt geworden: Das passierte Ana Gomes Ferreira, die sich „Ana Free“ nennt. Nach diesem Erfolg hat sie jetzt ihr erstes Album „Together“ fertiggestellt . Die aus Lissabon stammende Sängerin macht Singer-/Songwritermusik in englischer Sprache. Ana Free verarbeitet alles Erlebte in Liedern. Allerdings verlässt sie sich nicht auf die Musikkarriere und studiert derzeit in England Wirtschaftswissenschaften. Das wiederum ermöglicht es ihr, sowohl in Portugal als auch in England aufzutreten.

 

9. Sara Tavares – „Balance“

Sara Tavares war sehr früh auf sich gestellt. Der Vater wanderte in die USA aus, die Mutter verschwand ebenfalls. Die Sängerin mit kapverdischen Eltern wuchs deshalb bei einer alten Portugiesin auf, die sich ihrer annahm. 1994 trat sie dann für Portugal beim Eurovision Songcontest an und holte den achten Platz. Inzwischen produziert sie ihre Alben selber und spielt fast alle Instrumente ein. Sie singt eine auffällige Mischung aus Portugiesisch, einem Slang aus Angola und dem kapverdischen Crioulo.

 

10. Fernando Fernandes – „O jogo recomeça“

Fernando João Duarte do Carmo Abrantes Fernandes, kurz genannt „FF“, ist ein portugiesischer Sänger, Schauspieler und Musicaldarsteller. Er gewann das nationale Jugendmusikfestival „Bravo Bravissimo“ und lernte danach drei Jahre Singen, Klavierspielen und Geige. Dies war für „FF“ die Grundlage, um sich den Traum vom Musikerleben zu erfüllen. Seit 2012 trat er regelmäßig in der Sendung „A tua cara não me é estranha“ auf, in der Prominente berühmte Sänger imitieren.

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