So klingt Südschweden


Südschweden kann man als Musikschmiede bezeichnen. Natürlich kommt aus dieser Gegend die wohl bekannteste schwedische Band: ABBA. Auch die Rockband Europe wurde dort gegründet. Heute kommen von dort einige Newcomer, die es auch ins deutsche Radio geschafft haben. Die Musikstile reichen von Schlager, Pop, Rock, Hip-Hop bis zum Dance Sound. Die Künstler singen gerne in der Landessprache, da diese in ganz Skandinavien zu verstehen ist. Für den internationalen Markt wird dann aber doch auf das Englische zurückgegriffen. Hier die Top 10 von Bayern-3-Moderator Chris Baumann.

1. Lykke Li: I follow rivers

Timotej Svensson Zachrisson, besser bekannt als Lykke Li, ist in dem Ort geboren, in dem die Mankell-Krimis mit Kommissar Kurt Wallander spielen: Ystad. Ihre Eltern waren Künstler, und „Klein-Timotej“ deshalb sehr viel auf Reisen. Mit 19 zog sie vorübergehend nach New York. Im Big Apple wurde der Sängerin sehr schnell klar, dass sie auch etwas mit Kunst in ihrem Leben machen möchte. Zur Auswahl stand für sie Mode, Malerei und Musik. Zum Glück hat sie sich für Letzteres entschieden und einen internationalen Charthit mit „I follow rivers“ gelandet.

2. Per Gessle/Gyllne Tider: Det är över nu

Per Håkan Gessle hat mit Marie Frederiksson als Roxette die Welt erobert. Gemeinsam hatten sie in Amerika vier Nummer-1-Hits („The Look“, „Listen to your heart“, „It must have been Love“, „Joyride“). Per Gessle hatte aber ein Leben vor Roxette. Mit seiner Band Gyllene Tider (Goldene Zeiten) hat er auf Schwedisch gerockt und macht das auch heute noch erfolgreich in seiner Heimat. Seine Live-Auftritte ziehen Jung und Alt an, und alle singen mit. Darüberhinaus schreibt er auch Songs für andere Künstler, wie Belinda Carlisle oder die Leningrad Cowboys. Per Gessle ist aber nicht nur Musiker, sondern  in Tylösand, nahe seiner Heimatstadt Halmstad, auch Mitbesitzer des Vier-Sterne- „Tylösand Hotel“ und hat einen Beach-Club.

3. Kent: Tänd på

Kent ist eine in Skandinavien erfolgreiche Band aus Eskilstuna. Obwohl sie fast nur auf Schwedisch singen, haben es die Musiker um Joakim Berg und Martin Sköld geschafft, sich eine Fanbase in Deutschland zu erarbeiten. Für den amerikanischen Markt nahmen sie sogar zwei ihrer Alben auf Englisch auf, aber beide floppten. Auch die jeweiligen Tourneen konnten da nicht helfen. Seit 20 Jahren spielen sie „Alternative Rock“, zwischendrin mehr elektronischen Rock und sind jetzt wieder back to the Roots. „Tänd på“ ist ihr aktueller Radiohit.

4. Jonas Myrin: The day of the battle

Jonas Myrin ist ein weitgereister Schwede. Seine Eltern waren Missionare, was ihn neben Schweden und seiner Heimatstadt Örebro nach Russland, Südafrika und Island führte. Seine erste Band war A Jam, die nach einer Mischung aus den Beatles und David Bowie klang. Am Anfang seiner Solokarriere ist er sogar für einen Grammy nominiert gewesen in der Kategorie „Best Gospel Song“. Inzwischen lebt der Musiker in London und hat mit „The Day of the battle“ eine wahre Hymne geschrieben. Wenn er sich nicht um seine eigene Musik kümmert, schreibt er für andere Künstler Songs.

5. Anna Ternheim: Bow your heads

Die Jazz-, Folk- und Bluesmusikerin aus der Hauptstadt Stockholm ist eine waschechte Singer/Songwriterin. Beim Nachwuchswettbewerb des öffentlich-rechtlichen schwedischen Popkanals P3 wurde sie mit Gold als beste Newcomerin ausgezeichnet. Inzwischen möchte sie mehr ohne Band unterwegs sein und Solotourneen spielen. Das wird auch deutlich beim Album, denn die Instrumente hat dort komplett der Produzent eingespielt. Der blonden Musikerin blieb der breite Erfolg in Europa ungerechterweise bis jetzt leider verwehrt. Das ist eben das Los von Musik mit Anspruch in der heutigen Zeit.

6. Andreas Lundstedt/Alcazar: Crying at the Discotheque

http://www.myvideo.de/watch/2791913

Andreas Lundstedt aus Knivsta wollte sein ganzes Leben lang schon Sänger werden. Bereits im Alter von fünf Jahren nahm er bei einem Talentwettbewerb teil und wurde Zweiter. Mit 15 Jahren war er dann mit der schwedischen Teenieband Stage Four im Fernsehen zu sehen. Ab 1999 kam der Erfolg mit der Band Alcazar. Der große Hit war „Crying at the Discoteque“. Während dieser Zeit war er mit dem zweiten männlichen Sänger bei der Gruppe Magnus Carlsson zusammen. Solo hat er auch ein paar Erfolge in seiner Heimat gehabt. Viel beachtet wurde auch sein Schritt an die Öffentlichkeit, als er offen als Musiker über seine HIV-Infektion sprach.

7. Mange Schmidt: Flyter

Mange Schmidt ist ein schwedischer Rapper aus Vasastaden (Stockholm). Seine ersten Erfolge hatte er mit international bekannten Rapsongs, die er einfach auf Schwedisch nachrappte. Sein Stil ist nicht mit dem heutigen Hip-Hop zu vergleichen, sondern erinnert eher an den Rap der 1980er. Easy singt er seine Rhymes ohne viel Geschwindigkeit. Sein bisher letzter Hit war „Flyter“ mit Wille Crafoord aus Stockholm und Sofia Talvik aus Göteburg.

8. Stefan Olsdal/Placebo: Too many friends

Aus Schweden kommen immer wieder Musiker, die in internationalen Bands spielen. Zum Beispiel auch Stefan Olsdal aus Göteburg. Der Musiker ist Bassist der britischen Alternative-Rock-Band Placebo. Vom Schlagzeuger im Schulorchester auf die Bühnen der Welt. In London traf er zufällig während des Studiums den Belgier Brian Molko. Aus dieser musikalischen Freundschaft wurde dann später die Band Placebo. „Too many friends“ ist die aktuelle Single von Placebo, mit der sie, dank des etwas gemäßigteren Sounds, auch breitere Massen erreichen.

9. Agnetha Fältskog: When you really loved someone

http://www.myvideo.de/watch/9098363

Sie ist ein Viertel der wohl bekanntesten schwedischen Band ABBA. Agnetha Fältskog, wurde in Jönköping geboren. Sie war die Sängerin mit den blonden langen Haaren. Dieses Jahr wurde ihr eine besondere Ehre zu Teil. Agnetha bekam von der Swedish Society of Popular Music Composers den  „SKAP 2013 Kai Gullmar Memorial Award“ für ihr Schaffen in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verliehen. Sie hat sich nicht zur Ruhe gesetzt, sondern bis 1989 immer wieder neue Alben herausgebracht. Dann die große Pause, und dieses Jahr startet sie wieder mit Musik. Agnetha Fältskog mit ihrem Comeback-Album „A“ bis Platz drei der deutschen Albencharts. Die Single daraus ist „When you really loved someone“.

10. Anna Bergendahl: This is my life

Die blondhaarige Sängerin kam als Tochter eines Arztes und einer Lehrerin in Stockholm auf die Welt. Sie wollte schon sehr früh Musik machen und hat ihr Glück immer wieder in schwedischen Castingshows versucht. 2010 gewann sie dann in ihrer Heimat den Vorentscheid zum Eurovision Song Contest. Allerdings musstie sie sich nach dem Sieg beim Melodifestivalen noch fürs Finale des ESC in Oslo qualifizieren, was ihr leider nicht gelang. Nichtsdestotrotz wurde der Song „This is my life“ ein Nummer eins Hit in Schweden.

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