So klingt das Bäderland Bayern


In Bayern gibt es Musiker jeder Stilrichtung. Direkt in den Kurorten wohnen allerdings die wenigsten. Bayern zeichnet sich nicht nur durch eine englischsprachige Vielfalt in der Musik aus, sondern auch in der Vermischung von Mundart und heutigen Musikstilen, wie Rock, Pop oder Hip-Hop. Die durch den Dialekt geprägte Musik ist aber besonders in Oberbayern zu finden. Hier die Top 10 von Bayern 3-Moderator Chris Baumann.

1. Stefan Dettl („Summer of Love“)

Stefan Dettl ist ein Chiemgauer, der dort auch daheim ist. Als Leadsänger und Trompeter von „LaBrassBanda“ ist er schon um die Welt gekommen. Auch als Solosänger mit Band ist er erfolgreich. Der studierte Musiker singt in bayerischer Mundart. Stefan Dettl hat am Richard-Strauss-Konservatorium in München und an der Anton- Bruckner-Privatuniversität in Linz studiert. Seinen Bundeswehrdienst konnte er beim Luftwaffenmusikkorps in München-Neubiberg ableisten. Bei „Summer of Love“ – nur der Songtitel ist Englisch, der Rest in Mundart – plädiert er für mehr Liebe und netten Umgang in Bayern.

2. A Life Divided („Space“)

Die Band um den charismatischen Sänger Jürgen Plangger kommt aus Geretsried bei Bad Tölz. Die Musiker machen Elektro-Rock, singen auf Englisch und lassen gerne mal die Gitarre sprechen. Die Songs werden alle selbst geschrieben, und bei der Produktion wird so lange rumgebastelt, bis der richtige Sound gefunden ist. Leadsänger Plangger ist gleichzeitig noch Gitarrist bei der deutschen Rockband Eisbrecher. Er mag seine Heimat und findet neben der schönen Altstadt von Bad Tölz die Sommerrodelbahn am Blomberg und das Canyoning und Gumpenspringen rund um den Sylvensteinsee besonders toll.

3. Georg Ringsgwandl („Mehr Glanz“)

Vom Arzt zum Kabarett-Musiker: Georg Ringsgwandl, geboren im Kurort Bad Reichenhall, hat schon sehr früh seinen Spaß an der Musik mit der typischen Ringsgwandl-Note entdeckt. Während seiner Zeit als Assistenzarzt in München war er schon Ende der 1970er-Jahre in seiner Freizeit öfter in Kneipen unterwegs und hat mit seinem Programm unterhalten. Sein erster Tonträger erschien, und prompt tauschte er 1993 den Arztkittel komplett gegen die Bühne ein. Erfolgreich ist er in ganz Deutschland unterwegs mit seiner Mischung aus bayerischer Volksmusik, Rock, hintersinnigen Texten und verrückter Bühnenshow. Beim Salzburger Stier ist er mit seinem Lied „Mehr Glanz“ aufgetreten.

4. Claudia Koreck („Danzn“)

Claudia Koreck stammt, wie der Dettl Stefan auch, aus dem Chiemgau. Die Mundartmusikerin hat schon mit 12 Jahren angefangen Musik zu machen. Am Anfang sang sie Englisch und Hochdeutsch, hat dann aber festgestellt, dass sie sich besser ausdrücken kann, wenn sie in ihrem bayerischen Dialekt singt. 2007 haben wir von Bayern 3 sie mit ihrem Song „Fliang“ entdeckt. Das aktuelle Album „Honu Lani“ trägt den Namen des Hauses, in dem sie auf Hawaii für die Albumproduktion gelebt hat. Mit ganz einfachen Mitteln hat sie dort die Songs aufgenommen. Diese Vorabversionen haben es zum Teil dann auch aufs Album geschafft, weil sie so authentisch und doch professionell klingen. Der Radiohit daraus ist das Lied „Danzn“ und geht wirklich in die Beine.

5. Monaco Fränzn („Mach’s Guad“)

Monaco Fränzn aus Regen macht Hip-Hop in bayerischer Mundart. Mit dem Rapper-Trio „Doppel D“ bekannt, nutzt er deren Pausen für seine Solo-Rhymes. Der Musiker hat sich während seines Philosophie-Studiums an der Ludwig-Maximilians-Universität in München auf Nietzsche spezialisiert. Monaco Fränzn rappt sich durch Bayern und bringt 2014 seine erste Solo-CD heraus. Mit den „Tribes of Jizu“ und „Mach’s guad“ zeigt er, dass er das auch live drauf hat.

6. Hans Söllner („Meine Haar“)

Hans Söllner aus Bad Reichenhall ist für seine gesellschafts- und systemkritischen Texte bekannt. Diese Lieder, die ihm auf der einen Seite Fans und auf der anderen Seite immer wieder Kritik eingebracht haben, singt er zumeist mit einer Begleitung von Gitarre und Mundharmonika. Mit Band zeigt der Mann mit Rastalocken seine Verbundenheit zur Reggaemusik oder besser gesagt dem Reggae-Lebensgefühl. Natürlich auch hier in Mundart.

7. La Mood („House“)

La Mood sind die drei Niederbayern Andy Mack, Richard Geishauser und Chris Pauli. Die Band ist eigentlich ein New-Wave-Ding aus den 1980er-Jahren. Mitte der 1990er aufgelöst, traf man sich 14 Jahre später auf ein Bier und hatte Lust, die Band wiederzubeleben. Dann kam eine Reunion-CD raus. Im Lied „House“ geht es um Häuser, die verfallen sind, und aus denen Menschen rausschauen. Man stellt fest, dass die Menschen mit dem Haus immer älter werden.

8. Matthias Schriefl („Der Problembär“)

Matthias Schriefl ist ein erstklassiger Jazztrompeter. Der Oberallgäuer hat bereits mit 11 Jahren den bundesweiten Wettbewerb „Jugend musiziert“ gewonnen. Vier Jahre später wurde er das jüngste Mitglied des Landesjugendjazzorchesters Bayern und im Bundesjazzorchester. Während seiner Studienzeit spielte er mit „Peter Herbolzheimers Rhythm Combination & Brass“, der WDR-, HR- und NDR-Bigband. Der umtriebige Musiker ist eine wahre Größe in der Szene, organisiert in Köln ein wöchentliches Jazzkonzert und hat unter anderem den WDR-Jazzpreis bekommen. Im Stück „Der Problembär“ zeigt er seine Virtuosität sogar auf einem Alphorn!

9. Götz Widmann („Du hast Dein iPhone verloren“)

Geboren in Bad Brückenau lebt Götz Widmann inzwischen mit seiner Schweizer Frau im Land der Eidgenossen. Die ursprüngliche Idee, als Journalist zu arbeiten scheiterte, auch das Italienisch- und Germanistikstudium hängte er an den Nagel, um dann doch ein BWL-Studium abzuschließen. Er hatte allerdings nie vor, in diesem Bereich zu arbeiten und machte lieber Musik. Zuerst mit seinem Freund Martin „Kleinti“ Simon mit dem Liedermacher-Duo „Joint Venture“, seit Kurzem ist Götz Widmann wieder solo unterwegs. Ein besonders witziges Werk des Liedermachers ist das Lied „Du hast Dein iPhone verloren“.

10. Günter Noris („Rock Fever“)

Der leider schon verstorbene Bandleader, Musiker, Komponist und Arrangeur wurde im unterfränkischen Bad Kissingen geboren. Die klassische Musikausbildung absolvierte er am Bayerischen Staatskonservatorium in Würzburg. Schon während des Studiums verdiente er sein Geld mit diversen Auftritten mit Jazzbands in den amerikanischen Armeeclubs in Würzburg. Beim RIAS in Berlin wurde er dann stellvertretender Dirigent des Orchesters und Pianist. Weitere Stationen in seinem Leben als Vollblutmusiker waren musikalischer Leiter der Chanson-Tourneen von Hildegard Knef, Bandleader und Arrangeur beim WDR in Köln, und er initiierte die Big Band der Bundeswehr. Jeder, der in der Tanzstunde war, hat schon mal zu seiner Musik die Schritte gelernt. Günter Noris hat fast 20 Jahre lang zusammen mit Max Greger und Hugo Strasser die Tanzplatte des Jahres für den Allgemeinen Deutschen Tanzlehrerverband (ADTV) aufgenommen.

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