Rom – eine ewige Liebe


RM_135_Rom_001_174x225Als Kind fuhr ich mit meinen Eltern fast jedes Jahr über die Alpen nach Ischia. Die Insel liegt vor Neapel, in Rom machten wir jedes Mal halt. Als Acht- oder Neunjähriger fand ich die Stadt ziemlich öde. Wenig später änderte sich dies schlagartig.

Als 13-Jähriger fand ich Papst und Peterskirche toll, Kolosseum und Forum Romanum unglaublich. Ich war heimlich in meine Lateinlehrerin aus Würzburg verliebt. Die Liebe blieb – aber nur zu Rom.

Nach der Schulzeit – ich hatte gerade den Führerschein – besuchte ich mit meinen Kumpels häufiger Rom. Wir zelteten im Garten meiner Mutter, die ein Haus zwischen Neapel und der Hauptstadt hatte. Selten waren wir am Meer, oft fuhren wir mit meinem klapprigen Käfer nach Rom. Dass wir dort immer wieder beklaut wurden, war total egal. Bella Italia, wunderbare Osterien, Trattorien, Bars. Hilfsbereite, unterhaltsame, kommunikative und vor allem schöne Menschen – die Stadt gehörte uns, sie begeisterte uns. Wir dachten, wir seien ein Teil von ihr – wir lebten das Dolce Vita.

Dann kam ich als Segler. Vor Anzio lag unser Regattarevier, Rom war einen Sommer lang das Zuhause der Crew. Vom Meer aus ging es jeden Abend auf die Piazza Navona, nach Trastevere, zum Open-Air-Konzert mit Lucio Dalla oder Gianna Nannini.

Später, ich war inzwischen Redakteur, schickte mich mein Verleger nach Rom. Ich sollte den Markt für deutsche Zeitschriftenkonzepte sondieren. Ging nicht. Teutonische Ideen für Italien? Niemals. Der Arbeitsrhythmus, nächtliche Diskussionen mit den römischen Kollegen über Journalismus – Rom ist eine andere Zeitungswelt.

Als ich 33 war, führte mich meine Hochzeitsreise nach Rom. Erst an der Rezeption des Hotels in der Via della Conciliazione entdeckten meine Frau und ich, dass wir in einer Herberge für Kardinäle wohnten. 100 Meter vom Petersplatz entfernt erlebten wir Rom als Stadt für Verliebte. Ein wunderbarer Blick aus dem Fenster zum Vatikan – wir werden ihn nie vergessen.

Editorial_174x225Die Liebe zu meiner Frau ist bis heute geblieben. Rom ist eine andere Art von Liebe: Verehrung! Gemeinsam sind meine Frau und ich immer wieder auf dem Weg dorthin. Wir fahren übrigens meistens die letzten Kilometer nicht auf der Autobahn, sondern nähern uns der Stadt auf der Via Appia Antica. Diesen und andere Tipps konnte ich zu diesem Heft beitragen. Tipps, eigentlich nicht zum Weitersagen. Aber lesen Sie selbst.

Viel Spaß mit dem ADAC Reisemagazin wünscht
Ihr Michael Ramstetter

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Eine Antwort zu “Rom – eine ewige Liebe

  1. Ein toller Bericht über die Liebe zu der ewigen Stadt. Kann ihrer Gedanken gut nachvollziehen. Mir geht es ähnlich, nur eben mit London. Freue mich schon sehr auf das neue Heft.