So klingt das Wallis


Das Wallis mit großartigen Bergen wie dem Matterhorn ist die Heimat von einigen auch international bekannten Musikern. Im drittgrößten Kanton der Schweiz spielen viele Kapellen traditionelle Musik, das Alphorn erklingt auf der Alm, und Popmusiker erobern von hier aus die Schweiz und sogar Europa.  Im einen Teil wird französisch gesungen, im anderen Teil auf Schwyzerdütsch oder auch Englisch. 1984 wurde in Saas-Fee das Video zum jedes Jahr wieder gerne gehörten Weihnachtshit „Last Christmas“ von Wham gedreht. Bayern-3-Moderator Chris Baumann präsentiert seine Schweizer Top Ten. 

1. Stefanie Heinzmann: Diggin’ in the dirt

Stefanie Heinzmann ist wohl die bekannteste Musikerin aus dem Wallis. Casting im Fernsehen sei Dank oder besser gesagt, Stefan Raab sei Dank! Stefanie Heinzmann aus Visp-Eyholz hat bei „Stefan sucht den Superstar, der singen soll, was er möchte, und gerne auch bei RTL auftreten darf“ – kurz SSDSDSSWEMUGABRTLAD – mitgemacht und gewonnen. Die eher unscheinbare Sängerin setzte sich 2008 in dieser deutschen Castingshow als erste Schweizerin gegen die einheimische Konkurrenz durch. Ihr Bruder ist zugleich auch ihr Manager geworden. Sie durfte mit Weltstar Lionel Richie zusammen dessen Hit „Dancing on the ceiling“ aufnehmen. Allerdings wurde ihre Karriere jäh unterbrochen, da sie an den Stimmbändern operiert werden musste. Zum Glück haben diese vom Klang her dabei nichts eingebüßt. Ihr aktueller Hit ist „Diggin‘ in the dirt“.

2. Sina: Wa Du bisch (Duett mit Marc Sway)

Ursula Bellwald, besser bekannt als Sina, ist eine erfolgreiche Schweizer Mundartsängerin aus Gampel im Wallis. Die gelernte Bankkauffrau hat schon sehr früh angefangen Musik zu machen und gewann das Oberwalliser Schlagerfestival mit ihrer Version von „The House oft he rising sun“. Danach sang sie teilweise sogar Hauptrollen in Musicals, wie „Jesus Christ Superstar“ oder „Annie get your gun“. Zwischenzeitlich war sie drei Jahre Radiomoderatorin beim Schweizer Radio DRS (jetzt SRF). Ihr aktuelles Album heißt „Duette“, auf dem sie mit anderen bekannten Schweizer Musikern zusammensingt, wie bei „Wa Du bisch“ mit Marc Sway.

3. Laurence Revey: Le Manudo

Die Musikerin kommt aus dem französischsprachigen Teil des Wallis. Entdeckt wurde Laurence Revey eher zufällig durch den englischen Songschreiber Pete Brown, der auch schon Hits für die Band „Cream („I feel free“, „Sunshine of your love“) geschrieben hat. Auf seiner Reise durch die Walliser Bergwelt traf er auf die Sängerin aus Sierre und förderte sie. Die Chansons mischt Laurence gerne auch mal mit überraschenden Instrumenten, wie Alphörnern. „Le Manudo“ geht allerdings auch ohne die langen Blasinstrumente ins Ohr.

4. Stixi & Sonja: Giggerig (zusammen mit Sepp)

Sonja Truffer, der eine Teil des volkstümlichen Schlager-Duos „Stixi & Sonja“, kommt aus dem Wallis. Die beiden durften schon dreimal beim internationalen Grand Prix der Volksmusik auftreten. Nebenbei haben sie auch einmal im Monat eine Radiosendung in der Schweiz. Mit dem Polo-Hofer-Klassiker Giggerig landeten sie in den Top 10 der Schweizer Singlecharts.

Die Homepage von Stixi und Sonja mit Soundproben.

5. Hansrüedi Zbinden: Hie tüets mer weh

Hansrüedi Zbinden aus Naters ist so etwas wie ein Walliser Original. Er macht sehr erfolgreich Volksmusik. Zuerst mit seiner Kapelle, dann irgendwann als Alleinunterhalter, und seit 1988 kann er davon leben. Wer jetzt erwartet, dass er beim Konzert das gleiche bekommt wie auf der CD, der wird positiv überrascht. Hansrüedi baut gerne das Publikum ein. Besonders viel Spaß hat er in der Fastnachtszeit live zu singen. Er ist stolz aus dem Wallis zu kommen und findet, seine Heimat ist die schönste Region auf der ganzen Welt. Er ist aktiv als Fahnenschwinger und ist dabei zweimal Schweizer Meister geworden.

6. Glen of Guiness: Live

Zusammengefunden haben sich die Fans der irischen Folkmusik in Sierre. Der Name entstand am 11. Dezember 1992 vor der Bar, in der sie ihren ersten Auftritt hatten. Inzwischen gehören sie zur „Irish Folkmusic Szene“ und begeistern bei ihren Livekonzerten. Nach einem kurzen Ausflug in die Popmusik kamen sie wieder zu ihren Wurzeln zurück und verbreiten noch immer Spaß und gute Laune mit ihrer Musik.

7. Michel Villa: De Matter hed es Matterhorn

Michel Villa aus der Gemeinde Leuk hat schon sehr früh mit dem Musizieren angefangen. Im Wallis gab es in den 1970ern nur wenige Auftrittsmöglichkeiten für Musiker. Dies ärgerte ihn, und er gründete einfach die Gesangsveranstaltung „Walliser Schlagerfestival“. Hier bekamen Newcomer die Möglichkeit sich einer größeren Öffentlichkeit zu präsentieren. Der Erlös kam geistig und körperlich behinderten Menschen zugute. Er kontaktierte ganz frech Peter Reber von der Formation „Peter, Sue und Marc“, der ihn dann auch wirklich in den folgenden Jahren produzierte. Nebenbei probierte sich Michel Villa noch als Schauspieler. Der Sänger und Entertainer besticht durch seine witzige Art und bringt gerne auch Kinder zum Lachen.

8. Salome Clausen: Gumpu

Salome Clausen aus dem Dorf Glis hat die zweite Staffel der Schweizer Castingshow „Musicstar“ gewonnen. Die Saxofonistin, die auch eine klassische Gesangsausbildung hat, war sehr überrascht davon. Die 27-Jährige hat ein Album aufgenommen (Platz 2 in der Schweiz) und eine Single, die ein Nummer-1-Hit in ihrer Heimat wurde: „Gumpu“. Nach dem Erfolg zog sie sich aber aus dem Musikbusiness zurück, da ihr Privatleben zu kurz kam.

Das Musikvideo zu Salome Clausens Song „Gumpu“.

9. Erika Stucky: Tipsy

Erika Stucky hat die ersten Jahre in der Flower-Power-Stadt San Francisco gelebt, bevor es sie nach Mörel im Oberwallis verschlug. Inzwischen ist die Musikerin mit ihrer Kombination von Jazz mit Appenzeller Jodler und Akkordeon in der Szene beliebt. Stucky ist nicht nur solo unterwegs, sondern auch zusammen mit der Schweizer Formation „Roots of Communication“. Mit der WDR Big Band war sie schon auf Tour und hat 2010 den Walliser Kleinkunstpreis erhalten. Beim Lied „Tipsy“ zeigt sie, dass der Mund nicht nur zum Singen da ist.

10. Sven Epiney: Angel in Disguise (mit Pure Pleasure)

Sven Epiney stammt aus Naters und ist in Sion aufgewachsen. Er spricht perfekt Deutsch, Französisch, den Walliser Dialekt, Berndeutsch und kann sich auf Italienisch verständigen. Bereits mit 13 Jahren moderiert er bei einem Privatsender in Bern, anschließend neben Fernsehmoderationen 12 Jahre die Frühsendung bei DRS 3 (jetzt SRF 3) und seit 2012 die Morgenshow bei SFR 1. Nebenbei hat er in den 1980ern auch mal Musik gemacht. Ein kleiner Achtungserfolg in der Schweiz mit der Band „Pure Pleasure“. Er hat sich dann aber glücklicherweise für das entschieden, was er am besten kann: Moderieren.

Der Song „Angel in Disguise“

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