Dieser Weg wird ein leichter sein


Wer die Leistung nicht bringt, muss nachhelfen. So ist das im Radsport. Da aber niemand tricksen will wie Lance Armstrong, kommen legale Mittel zum Einsatz: E-Bikes. Ein Fest im Sattel für Untrainierte.

Vorurteile sind bisweilen so schwer abzuschütteln wie eine hartnäckige Verfolgergruppe auf einer Bergetappe der Tour de France. Diese Erfahrung machen wir, zwei Redakteurinnen des ADAC Reisemagazins, als wir im Freundeskreis berichten, wir wollten mit Elektrofahrrädern die Gipfel am Gardasee bezwingen. Grob unsportlich sei das. „Man tritt doch gar nicht mehr in die Pedale, das ist doch wie Mopedfahren“, wird behauptet. Und schließlich fällt, voll Häme, der Satz vom Darwinismus am Berg – es soll doch nicht jeder unsportliche Depp jeden Gipfel erreichen.

Zugegeben, besonders trainiert sind wir nicht. Ein bisschen joggen oder ab und an ins Fitnessstudio. Unser sportliches Credo: so viel wie nötig und so wenig wie möglich. Doch nun soll es bergauf gehen mit uns. Statt an der Uferpromenade von Riva Cappuccino zu trinken, werden wir Höhen- und Kilometer machen. Aktivurlaub statt Müßiggang, grelle Funktionsjacken statt leichter Sommerkleider. Professionelle Unterstützung bekommen wir von Peter Schlickenrieder. Der Olympiamedaillengewinner im Langlauf hat nach dem Ende seiner aktiven Laufbahn fünfmal die Alpen mit dem Mountainbike und viermal auf Skiern überquert. Er ist einer, der zur Entspannung zehn Kilometer durch den Wald läuft. Unter fairen Bedingungen hätten wir keine Chance mitzuhalten. Doch was ist schon fair? Peter fährt mit seinem Carbon-Mountainbike und Muskelkraft. Unsere Räder sind mit elektrischem Antrieb ausgestattet. Natürlich müssen wir ganz normal treten. Bei Bedarf, und den werden wir haben, lässt sich ein 250 Watt starker Motor zuschalten, sodass es sich anfühlt, als sei die Strecke leicht abschüssig.

„Was? Ihr seids noch nie Mountainbike gefahren?“ Peter Schlickenrieder reißt die Augen auf, und sein bayerischer Dialekt wird noch ein bisschen breiter als sonst. Dass es Menschen wie uns tatsächlich gibt, erschüttert sein Weltbild. Aber er ist zu allem bereit: „Dann fangen wir mit einer leichten Tour zum Einfahren an.“ Sozusagen als Prolog schlägt er den Monte Brione vor, der Torbole von Riva trennt. Rund 300 Höhenmeter liegen vor uns, in Bikerkreisen gilt das als Aufwärmetappe. Mit Helm, Handschuhen und am Hintern gepolsterter Hose sind wir optisch nicht von den vielen ehrgeizigen Hobbyradlern in der Region zu unterscheiden. Kleider machen Leute – aber verwandeln sie uns auch in Sportler?

Es ist noch früh am Morgen, als wir Torbole verlassen. Auf halber Strecke nach Riva führt eine asphaltierte Straße in Serpentinen auf den Monte Brione. Auf den ersten Blick können unsere E-Bikes nur schwer entlarvt werden. Der Akku versteckt sich diskret in der Sattelstütze. Die Funksteuerung für den Motor sitzt auf der Lenkstange und sieht aus wie ein Fahrradtacho. Der E-Antrieb lässt sich in drei Stufen zuschalten: von Eco über Normal bis hin zu Power, Vollgas – dann genügt schon ein kleiner Tritt aufs Pedal, und die Räder schießen mit uns davon. Der Motor unterstützt maximal bis zu einer Geschwindigkeit von 25 Stundenkilometern. Einen eingebauten Rückenwind nennen das viele, aber das ist untertrieben. Es fühlt sich an wie ein Orkan, zumindest auf flacher Strecke.

Text: Katja Fastrich, Verena Gaspar, Fotos: Rasmus Kaessmann

Lesen Sie die ganze Reportage ab Seite 82 im ADAC Reisemagazin Gardasee.

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3 Antworten zu “Dieser Weg wird ein leichter sein

  1. So ein Bike habe ich schon vor einigen Jahren ausprobiert und damit wird jeder Weg ein Leichter. Ich bevorzuge aber das klassische Radeln, aber auf normalen Strecken, die nicht sonderlich anstrengend sind 😉

  2. Mischner Hahns-Jürgen

    Der Blog ist super

  3. Mischner Hahns-Jürgen

    Der Blog des ADAC Reisemagazin eine gelungene Mitteilung-wir sind Fans für den Gardasee und Trentino.f