Der Königsweg nach Italien


Von ihrem Sommerschloss in Racconigi blickten Italiens Monarchen auf die grünen Hügel ihrer Heimat, tranken Barolo aus den nahen Weinbergen und ließen sich Trüffeln aus Alba über ihre Pasta hobeln. Im südlichen Piemont lässt sich bis heute das klassische Italien bewundern, wie zur Blütezeit des Hauses Savoyen, das von 1861 bis 1946 die Könige des Landes stellte. Fast alles, was Urlauber an Italien lieben, finden sie hier: Gastfreundschaft, Kulturstädte, Geschichte. Nur ein Stück Mittelmeerküste fehlt.

Die Redaktion hatte an dieser Ausgabe auch deshalb so viel Spaß, weil es in den
Hügeln der Langhe und im Roero wunderbare Klischeebilder vom schönen Italien zu sehen gibt – die an anderer Stelle entschieden durchkreuzt werden. Das südliche Piemont ist ein Land der Überraschungen. Fußballverrückt? Selbstverständlich, mit dem Rekordmeister Juventus Turin vor der Haustür. Aber genauso wird Pallapugno zelebriert, eine urtümliche Form des Faustballs. Weinland? Klar, eines der besten. Aber dass nun Winzertöchter das patriarchalische Traditionsgeschäft durcheinanderwirbeln, ist eine neue Entwicklung. Biolandwirtschaft und Umweltschutz? Gelten eher nicht als italienische Domänen, dabei ist die weltweit erfolgreiche Slow-Food-Bewegung im piemontesischen Bra entstanden.

Niclas Müller, stellvertretender Chefredakteur

Weitere Überraschungen in dieser Ausgabe sind ein Wintersportgebiet mit Weitblick bis Korsika, ein Schuster, der die Füße des Papstes besohlt, Hoteliers, die sich als Denkmalpfleger verstehen. Ein Alpental, dessen Bewohner Okzitanisch sprechen. Und Trüffelhunde, die sich im Wald vor tödlichen Angriffen in Acht nehmen müssen. Zugegeben, ganz so wild und exotisch wie bei Ernest Hemingways Jagd auf Kuduböcke, die er im Roman „Die grünen Hügel Afrikas“ schildert, geht es hier nicht zu. Doch eine ursprüngliche, von deutschen Urlaubern noch weitgehend unerforschte Region – das sind „Die grünen Hügel Italiens“ schon.

Viel Spaß mit dem ADAC Reisemagazin wünscht
Ihr Niclas Müller

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