Monatsarchiv: August 2011

Die schönste Pfütze der Welt


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Der Neusiedler See ist durchschnittlich 1,50 Meter tief. Doch für Naturliebhaber, Partygäste und Wassersportler hat er die Größe eines Weltmeeres.

Als Elke Schmelzer eine Luke in ih­rem Hochsitz aufklappt, öffnet sich eine Welt wie aus einem Grzimek-Tierfilm. „Das ist mein Fenster nach Afrika“, sagt sie. Sonnenlicht fällt auf grün leuchtendes Steppengras, mittendrin weiden Graurinder mit riesigen Hörnern. Am Himmel kreist ein Seeadler. Die Ran­gerin im beigefarbenen Tropenhemd deu­tet auf die Aussicht: Ja, das könnte die Se­rengeti sein. Dabei liegt dieser Ort so jenseits von Afrika, wie es nur geht: Elke Schmelzers Revier befindet sich im Natio­nalpark Neusiedler See – Seewinkel, etwa eine Autostunde südöstlich von Wien. Die 38-Jährige ist Chefin des Outdoor-Teams in der St. Martins Therme & Lodge am Rande des Parks. Seit der Eröffnung des 4-Sterne-Hotels vor zwei Jahren geht sie mit Gästen auf Safari und stellt ihnen die burgenländischen „Big Five“ vor: Ne­ben Rindern und Seeadlern streifen Was­serbüffel, Urwildpferde und Goldschakale durchs Gelände. Dazu kommen 300 Vogel­arten, die in dem bis zu fünf Kilometer breiten Schilfgürtel brüten oder auf Lang­strecken eine Pause einlegen. Sogar die südrussische Tarantel fühlt sich am Neu­siedler See heimisch.

Dieser Artenreichtum ist einer der Gründe, warum die Unesco den See und sein Umland 2001 zum Welterbe erklärt hat. Ein Tierparadies, das vor rund 13 000 Jahren entstand: Durch Absenkung der Erdkruste bildete sich ein Becken, das bis heute zu 80 Prozent von Regenwasser ge­speist wird und somit zur seltenen Katego­rie Steppensee gehört. Der Wasserstand ist wetterabhängig, liegt durchschnittlich ge­rade mal bei 1,50 Meter. Die Österreicher nennen den See deswegen liebevoll „Pfüt­ze“, obwohl er mit einer Gesamtfläche von 320 Quadratkilometern der größte des Landes ist. Bei lang anhaltender Trocken­heit könnte er theoretisch austrocknen. Ende des 19. Jahrhunderts ist das zum letz­ten Mal passiert. „Für eine Wiederholung müsste es mehrere Jahre in Folge extrem wenig regnen“, sagt Schmelzer, „diese Sai­son sieht es aber gut aus.“

 Text: Anna Butterbrod

Die ganze Geschichte zum Neusiedler See lesen Sie im aktuellen ADAC Reisemagazin ab Seite 32.

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Die Seele des Südens


Wälder, Wein und warme Lehmböden – das Burgenland wirkt auf Schauspieler und Satiriker Lukas Resetarits wie ein guter Blues: langsam und intensiv.

Szene aus dem Film „Kottan ermittelt – Rien ne va plus“ Copyright: Thim Film/P.Domenigg

Herbst 1951. Ich war gerade vier, als ich das erste Mal Heimweh verspürte. Eine mir bis dahin unbekannte Gefühlsmischung aus Verlorenheit, Sehnsucht und et­was, was mir später als Blues vertraut war. Fernweh, Heimweh – in der Gefühlswelt des Burgenlandkroaten spielten die beiden gegensätzlichen Emotionen historisch eine große Rolle. Heimweh hatte ich nach meinem Burgenland, nach meinem kroatischen Geburts- und Heimatort Stinatz.

Mein Vater hatte beschlossen, nach Wien umzusiedeln. Als Bauarbeiter war er wie die meisten Stinatzer Männer in der Hauptstadt beschäftigt, da es im Südburgenland so gut wie keine Arbeitsplätze gab. Der Anteil der burgenländischen „Hackler“ am Wiederaufbau Wiens war enorm. Doch die Fahrt in die Hauptstadt nahm einen halben Tag in Anspruch: Fußmarsch in den Nachbarort Ollersdorf, Busfahrt nach Oberwart, Eisenbahn bis Friedberg (mit Zonengrenze zwischen russischen und bri­tischen Besatzern) und dann über Wiener Neustadt nach Wien, wo es vom zerbombten Südbahnhof direkt auf die Baustelle ging. Weiterlesen

So klingt das Burgenland


Im kleinsten und von Weinbau geprägten Bundesland Österreichs ist auch die Musikszene eher klein. Viele Musiker haben Kontakte in die Metropole Wien. Es gibt viele Blasmusikkapellen und dazu ein paar, auch österreichweit bekannte Künstler. Außerdem wird hier die pannonische Volksmusik gepflegt. Die Region um den Neusiedlersee gehört geografisch gesehen zum angrenzenden Gebiet der Pannonischen Tiefebene in Ungarn.

Die Top 10 von Chartmann Chris Baumann, Moderator bei BAYERN 3

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Österreich ganz anders


Jetzt im Handel: Im aktuellen Reisemagazin zeigt sich Österreich von seiner exotischen Seite

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Kein Land ist den Deutschen so vertraut wie der Nachbar im Süden: die gleiche Sprache, eine ähnliche Kultur. Doch das Burgenland ist eine österreichische Ausnahmeerscheinung. Seine mächtigste Erhebung, der Geschriebenstein, misst nur 884 Meter. Alpenrepublik? Selbst Niedersachsen hat einen höheren Berg. Das Nordburgenland erinnert stellenweise an die argentinische Pampa. In der Grassteppe um den Neusiedler See leben Langhornrinder und südrussische Taranteln. Das pannonische Klima begünstigt nicht nur große Weine, sondern auch Safran, dessen Hauptanbaugebiete ansonsten im Mittelmeerraum, im Iran und in Kaschmir liegen. Weiterlesen