Sieben Tipps für den Ostseeurlaub von Peter Wawerzinek


(Foto: Susanne-Schleyer)

(Foto: Susanne Schleyer)

Der 1954 in Rostock geborene Schriftsteller erhielt für seinen Roman „Rabenliebe“ 2010 den Ingeborg-Bachmann-Preis. Darin verarbeitet er sein Kindheitstrauma: Seine Mutter floh 1956 in den Westen und ließ den damals  zweijährigen Sohn in einem DDR-Kinderheim zurück. Wawerzinek wurde anschließend adoptiert und wuchs an der Ostseeküste auf. Heute lebt der Autor in Berlin. Dem ADAC Reisemagazin hat Peter Wawerzinek seine besten Tipps für den Ostseeurlaub verraten.

1. Die Mecklenburgische Seenplatte. Erkunden Sie Städtchen wie Waren an der Müritz oder Bad Stuer. Dort im Eisvogel-Tal, spazierte ich selbst auf urigen Waldpfaden entlang des Flüsslein und sah einige Male den Eisvogel blau schimmern. Bad Stuer lockt ferner mit dem Bärenwald Müritz, wo Braunbären in einem großen Areal völlig frei herumlaufen können.

www.waren-mueritz.de

www.baerenwald-mueritz.de

2. Nicht verpassen: Warnemünde, Bad Doberan, Heiligendamm, Kühlungsborn, Rerik sowie die Boddenregion mit der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst. An der westlichen Küste sind die Gegend um Boltenhagen und die Insel Poel sehenswert.

www.warnemuende.de

www.bad-doberan.de

www.grandhotel-heiligendamm.de

www.insel-poel.de

3. Immer wieder Usedom. Die Insel ist kreuz und quer, auf und ab, hoch und runter alle Erkundungen wert. Mein kulinarisches Geheimnis: Der Hafen von Karlshagen. Hier gibt es den frischesten Ostseefisch direkt vom Haken auf die Hand. Egal, ob im Brötchen oder auf dem Teller – auf jeden Fall immer frisch aus dem Fangnetz zum Sprottenverspotten, billig und fein.

www.usedom.de

www.karlshagen.de

4. Das Ostseebad Nienhagen und der Gespensterwald: Den dunklen Wald voller Buchen aufsuchen, an der flachen Steilküste stehen, über die Ostsee schauen und romantischen Regungen nachhängen. Anschließend am Strand spazieren, sich einfach rücklings zwischen die Bäume auf die Waldwiese hauen, in die Wolken gucken, einen Grashalm kauen, mit geschlossenen Augen nach Bucheggern tasten. Gibt es was Schöneres?

www.ostseeblick-nienhagen.de

5.  Einmal im Panorama-Hotel Lohme auf Rügen logieren und auf der Terrasse Kuchen essen, mit dem Horizont auf Augenhöhe. Unbedingt mit Hotelier Matthias Ogilvie die Küstenwanderung absolvieren, denn Theodor Fontane geht mit! Der Schriftsteller spricht aus dem Munde Ogilvies.

www.lohme.com

6. Meiden Sie bitte, bitte nie die vielen kleinen, oft liebevoll eingerichteten Heimatmuseen, die immer wieder etwas ausstellen, was man so noch nie im Leben, noch nirgends auf der Welt ausgestellt gesehen hat. Zum Beispiel die Puppenstubenkutsche im Schabbellhaus zu Wismar. Das backsteinrote Haus aus dem 16. Jahrhundert hat außerdem den weltschönsten Giebel.

www.schabbellhaus.de

7. Wo es einzurichten geht: immer in Hafennähe wohnen, immer Bootsausflüge machen, immer nach Frischfisch fragen, immer beim Bauern kaufen, immer in den Ortskneipen essen, exakt genau dort, wo sich die Einheimischen alle einfinden und neidisch gucken, als würde man ihnen was wegnehmen. Sagen Sie dann einfach: Issen Tipp vom Ostsee-Fischkopp Wawerzinek, der mit dem Rabenlieben-Buch – und schon haben Sie die Menschen auf Ihrer Seite.

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4 Antworten zu “Sieben Tipps für den Ostseeurlaub von Peter Wawerzinek

  1. Matthias Koeffler

    Das ist nicht Ihre Ernst, Herr Wawerzinek. Sieben Tipps und keiner dabei, wo man gut und ordentlich trinken gehn kann? Das nenne ich Stilbruch. Wollen Sie da nicht mal nachbessern?
    Gruß
    Koeffler

  2. Da hat er einfach nur Recht, der alte Zausel: Passivurlaub an der Ostsee. Atmen. Barfuß laufen. Steine übers Wasser fitscheln. Und eins noch: Boofen kann man nicht nur in der sächsischen Schweiz, sondern auch im Sommer am Strand, Weststrand Darss zum Beispiel oder zwischen Markgrafenheide und Graal-Müritz. Wellenfotograf Peter-Paul Reinmuth, der ganz schon rumgekommen ist, sagt auch, dort gibt es die schönsten Wellen der Welt. Ganz klein, aber zauberhaft.

  3. Der Wald mit den Bären in dem Ort Stuer mit den 7 Ortsteilen (Stuer, Stuer Vorwerk mit der bedeutensden mittelalterlichen Burganlage Mecklenburgs, Stuer Winkel, Neu Stuer, Stuer Hintermühle, Bad Stuer und Stuer Vordermühle mit dem Bärenpark Müritz und Fischer „Mütze“) hat sich nun Flächenmäßig verdoppelt und nach und nach gilt dieses auch für die bärige Einwohnerschaft ( Bärenschlüssel ca. 20) innerhalb einer mittelgebirgsanmutenden mecklenburgischen Landschaft. Von wegen alles flach Herr WAWERZINEK!
    MfG
    Rudolf-Robert DAVIDEIT

    • Werte Redaktion,
      vielleicht könnten Sie mein vormaliges Schreiben von 23.06.2011 um den Zusatz……., Bad Stuer ist eines der 4 mecklenburgischen Inlandbäder mit dem zweimaligen Gast FRITZ REUTER- „Ut mine Stromtid“, erweitern.

      Mit Dank im voraus
      Rudolf-Robert DAVIDEIT